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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 11:16 
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Selbst wenn es knapp nicht der Reaktor gewesen sein sollte, beruhigt mich das nicht sehr.

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Avocado Diaboli


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 11:19 
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@Bob: kein TNT aber massig Wasserstoff zur Kühlung. Hoffen wir, dass der Sicherheitsbehälter noch intakt ist.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 11:21 
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Hat einer Links zu weiteren Meßstationen?
Nach was sucht man da?

Mein Avatar lutscht Daumen. :shock:

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Sag mal tschechische Chefchemiker auf griechisch chinesischen Passagierschiffen.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 11:23 
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@per:

http://www.bfs.de/ion/imis


Die einzelnen Stationen kann man unter http://odlinfo.bfs.de/ aufrufen.



Bin mal gespannt wann der erste AKW-Betreiber in D. vor die Kamera tritt, im Schlepptau natürlich den Minister für Atomlobbyismus ähm nee Umweltschutz und Reaktorsicherheit und beteuert, dass sowas in D. nicht passieren kann.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 11:25 
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Von dem Kühlversuch mit Wasserstoff habe ich auch eben gehört.
Bleibt alleine die Hoffnung, dass die Betreiber Recht haben. Die
Ausweitung der Evakuierungszone auf 20km nährt meine Hoffnung
leider nicht sehr.

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NaturRad


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 11:30 
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die Salamitaktik erinnert doch sehr stark an 1986.


wer in der nähe das Uraltmülleimers Neckarwestheim I wohnt: heute nachmittag erste Demo zur Abschaltung.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 12:19 
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es schein wohl eine kernschmelze gegeben zu haben.wusste bis heute auch nicht,wie atomkraftwerk funktioniert.die kühlung soll ja aufgehört haben,weil nottbaterien kein strom liefern und brennstäbe somit nicht gekühlt werden können.es sind so rund 2000 grad,und dann brennen die stäbe ja weiter und brennen sich in den boden/erde


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 12:28 
Und dann wird im Umkreis von 20km evakuiert, weil, wird ja nich weiter strahlen, oder so. Toi toi toi, dass es keenen Wind in unsere Richtung gibt, dass sich das nich noch verschlimmert, dass alles wieder gut wird *bittend zu dem Typen da oben in den WOlken heraufschau*


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 12:41 
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och noe, jetzt darf ich schon zum 2. mal im leben nicht mehr raus auf den spielplatz. aber gut, dass bei uns sowas nicht passieren kann (oder so!)


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 12:46 
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http://www.tagesschau.de/

"Kernschmelze in japanischem AKW bestätigt

Die japanischen Behörden haben offiziell bestätigt, dass es im AKW Fukushima eine Kernschmelze gegeben hat. Das berichtet ARD-Korrespondent Hetkämper."

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 12:54 
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@RBT: Bei uns hier in Deutschland wird von den unmittelbaren Effekten in Sachen Radioaktivität nicht viel ankommen. Dazu sind wir zu weit weg. Vielleicht kann man was messen, aber das ist dann wohl eher akademischer Natur.

Aber es sieht wirklich übelst aus. Die Nachrichtenlage sieht ja wohl danach aus, dass auf kurz oder lang im Laufe dieses Wochenendes zwei der Reaktoren komplett in die Luft gehen werden. Danach dürfte dann etwa ein Drittel der Fläche Japans unbewohnbar sein. Mit dem derzeitigen Wind dort wird von der Wolke einiges in den USA ankommen. Da dürfte es also an der Westküste auch unappetitlich werden. Japan und USA sind ja gar nicht mal soooo weit voneinander entfernt.

Japan war eine Wirtschaftsmacht. Und dürfte durch diese Katastrophe nun ziemlich erledigt sein. Die werden vor Ort etliche Jahre brauchen, um alles aufgeräumt zu haben. Es sind ja nicht nur ein paar Häuser, die es da weggeschoben hat. Die komplette Infrastruktur ist im Eimer, inklusive vieler Fabriken, die man brauchen würde, um einen Wiederaufbau überhaupt durchführen zu können.

Das ganze wird auch nicht folgenlos für die Weltwirtschaft bleiben. Ab Montag werden wir wohl an den Börsen nochmal so richtig sehen, was "Globalisierung" bedeutet. So ziemlich alle Industriezweige sind auf japanische Produkte angewiesen. Die jetzt nicht mehr geliefert werden können. Ich vermute, das ganze wirtschaftliche Weltgefüge wird sich ähnlich drastisch umstellen, wie es seinerzeit nach 11/9 auch der Fall gewesen ist. Erst einige Wochen Schockstarre, dann ein Abwärtsstrudel, der über Jahre weltweit den Menschen schlechtere Bedingungen bringen wird.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:02 
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ich hab schon mal kapital zum aktienankauf freigeschaufelt. solche ereignisse sind leider ideale einstiegsmöglichkeiten.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:06 
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Lasst doch bitte die AKW-Kirche im Dorf. Erhöhte Messwerte in München haben definitiv nichts mit Japan zu tun, außer die hätten dort einen Teleporter der Partikel nach München schickt. Was in dem Kraftwerk passiert ist wohl eine Kombination "unglücklicher" Umstände aus Erdbeben und nachfolgendem Tsunami. Der Reaktor wurde, wie zahlreiche andere japanische AKW, planmäßig abgeschaltet und die Graphitstäbe eingeführt. Das Hauptproblem scheint nun die ausreichende Kühlung bzw Versorgung mit Kühlmittel darzustellen. Allerdings ist selbst ein Schmelzen der Brennstäbe noch lange kein Super-GAU solange Explosionen verhindert werden können und die massiven Eindämmungen des Reaktorgebäudes halten. Und ganz im Gegensatz zu Tschernobyl wo man die Bevölkerung viel zu spät informiert und evakuiert hat, scheint hier zumindest das Katastrophenmanagment zu funktionieren.
Das ähnliches in Deutschland passiert ist äußerst unwahrscheinlich, da wir nicht an einem Plattenrand leben und damit schwere Erdbeben ebenso unwahrscheinlich sind wie Tsunamis. Die Schizonphrenie deutscher AKW Politik besteht doch darin das wir unsere AKW abschalten, aber dann gleichzeitig Strom von französischen Anlangen beziehen müssen und gleichzeitig der ganze Ostblock fleißig weiter baut und zwar mit ur alter sowjetischer Technologie, zB Temelin oder Mochovce.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:07 
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http://www.ustwrap.info/multi/foxtokime ... yokosonews

Er erzählt gerade, die Strahlungsintensität sei wieder stark abgefallen, dass es eine Explosion durch Wasserstoffleckage war, die nur das Containment bzw. die Gebäudehülle oder Turbinenhalle zerstört hat.
War es alerdings der Druckbehälter, würde ja der geschmolzene Brennstoff freiligen, sodass unkontrolliert Strahlung austreten würde und die Intensität zunehmen würde.

Was davon stimmt....

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:17 
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@DOChris:

Soweit ich die aktuellen Nachrichten aus JP verstehe ist bei einem Reaktorblock die Außenhülle abgesprengt worden, wodurch zunächstmal punktuell ein Schwall leicht radioaktiv belasteter Luft entwichen ist. Das für sich allein betrachtet ist bedauerlich, aber noch nicht kritisch.

Was aber seit gestern wohl auch aktuell ist: der eine Reaktorkern kann gar nicht mehr gekühlt werden und hat Leckagen im Kühlwassersystem. D. h. das Kühlwasser wird einerseits seiner Aufgabe "kühlen" nicht mehr gerecht, zum anderen wird das Kühlwasser auch noch weniger. Die Brennstäbe stehen bereits seit gestern raus. D. h. sie erhitzen sich allmählich, und mit steigender Temperatur nimmt auch die Reaktionsfreudigkeit zu. Das führt mit etwas zeitlichem Versatz dazu, dass der ganze Reaktorkern irgendwann durchschmelzt. Seit heute Mittag wird berichtet, dass auch ein zweiter Reaktorblock vergleichbare Probleme habe.

Insgesamt schätze ich die Lage dahingehend ein, dass das "dicke Ende" bzgl. der zwei Reaktoren noch kommt, und auch nicht aufhaltbar ist. Was man vor Ort tun kann, ist Leute zu evakuieren, Jodtabletten verteilen usw., eben die Erstschutzmaßnahmen, mit denen die übelsten Folgen für die nahe wohnende Bevölkerung abzufedern. Aber das Problem ist da, auch wenn der ganz laute "bumms" noch nicht stattgefunden hat.


@SXHC:

Zynisch, aber wirtschaftlich korrekt. Nur: rechne mal damit, dass es etliche Wochen, vielleicht sogar Monate oder 'nen Jährchen dauern wird, bis der Boden wirklich erreicht ist. Wenn Du direkt Montag Kauforders einwirfst, greifst Du in ein fallendes Messer.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:21 
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@doc: und woher kommt das uran zum befeuern? der Preis für die tonne uran ist seit 1990 um 1300% gestiegen. Atomstrom ist weder billig noch sicher. und von alleine schaltet niemand eine gelddruckmaschine aus. von daher ausschalten, umsteigen...


@dan: montag sicher noch nicht. ich versetze mich nur in die lage im günstigsten moment ohne umschweife zuschlagen zu können.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:30 
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Das stimmt nicht, Atomstrom ist extrem billig.

Edit:

laut Nhk wurde geflutet

http://www3.nhk.or.jp/nhkworld/index.html

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:33 
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aber nur wenn man nicht die volle kostenkette berücksichtigt. dazu gehört nämlich auch die Subventionierung des Uranankaufs, Ausgaben für Wiederaufbereitung, Transportkosten und schließlich die lagerung des mülls, aber diese kosten werden ja der allgemeinheit aufgehalst.

Btw. Würden natürlich auch die Versicherungskosten ins unendliche steigen, wenn ein konzern eine police über die dauer von 12500 Menschengenerationen abschließen müsste.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:37 
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@cardinalonfire:

Das ist die Schizophrenie beim Atomstrom. Er ist kurzfristig betrachtet am "saubersten" (kein CO2 etc.) und tatsächlich wohl auch am "billigsten".

Aber woran liegt das? Zum einen daran, dass bisher schlicht und ergreifend genug spaltbares Uran da war für die paar Meiler, die weltweit rumstehen. Das würde bei einer Ausweitung der Atomstromversorgung nicht so bleiben. Letztlich würde sich innerhalb von wenigen Jahrzehnten ein vergleichbares Problem wie beim Rohöl einstellen.

Zum anderen werden bei Atommeilern die ganzen Abfallprobleme schlicht untern Tisch gekehrt. Beim Atomstrom entstehen die Betriebskosten eben nicht in der Versorgung, sondern bei der Entsorgung. Und um diese Entsorgungskosten haben sich die Konzerne bisher sehr erfolgreich gedrückt.

Bzw. da kommt man eben beim tatsächlichen Problem der Technologie an: die Menschheit beherrscht Atomtechnologie doch gar nicht wirklich. Wir sind in der Lage, damit irgendwas zusammenzubasteln, wo Strom rauskommt. Aber was wir da tun, läuft nicht wirklich kontrolliert. Schon im Betrieb nicht, und schon gar nicht in Ausnahmesituationen. Entsorgen können wir den Abfall auch nicht. D. h. Atomenenergie ist letztlich primär mal billig zu Lasten von Sicherheit und Nachhaltigkeit.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 13:49 
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Es ist natürlich nicht falsch was ihr sagt, dennoch ist Japan, wie viele Länder auch, auf Atomkraft angewiesen wenn keine kurzfristigen Einschränkungen bzw. Mehrkosten in Kauf genommen werden können/wollen.
Kein Mensch kann ernsthaft erwarten, dass in den 8ct/ kwh die 100.000 Jahre sichere Lagerung schon enthalten sind.
Diese Diskussion ist müßig, ich wollte nur nicht "Atomkraft ist nicht billig" unkommentiert im Raum stehen lassen.

Zum Thema nochmal

"12.03.2011 13:33 Uhr
Tepco: Kein Schaden am Reaktor

Die Betreibergesellschaft des beschädigten Atomkraftwerks, Tepco, hat erklärt, dass das Reaktorgehäuse durch die Explosion in Fukushima 1 nicht beschädigt wurde. "
Tagesschau


Was eigentlich keine große Rolle spielt, da die Masse sich ohne Kühlung so oder so durch die Schutzummantelung frisst, besonders da dieses Werk von 1971 noch keinen Core Catcher besitzt.

Also gibt es, falls die Kernschmelze tatsächlich stattgefunden hat drei Möglichkeiten.

1.Explosion
2.Verseuchung des Grundwasser, sollte sich die Masse vollständig durchfressen.
3.Die Masse kühlt vorher ab

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:03 
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@cardinalonfire:

Die Meldungen bzgl. des Reaktorzustandes sind vermutlich schon korrekt. Allerdings ist das nunmal leider nur die halbe Wahrheit. In den Nachrichten wird halt berichtet, was bereits passiert ist. Und da sind die Fakten eben 1. Erdbeben, 2. Tsunami, 3. Außenhülle vom Reaktor fliegt weg, 4. dadurch zunächst geringe Radioaktivitätsfreisetzung, 5. Abfall der Radioaktivität.

Viel interessanter ist, was eben noch nicht berichtet ist, weil es noch nicht passiert ist. Man kann sich den Reaktorzustand ja so ungefähr vorstellen: notdürftig gefluteter Reaktorkern, keine Stromversorgung, Brennstäbe, die trotzdem aus dem Wasser rausragen (das kam ja schon durch die Medien), in Folge dessen allmähliche Erhitzung. Weitere Konsequenzen kann man sich ausmalen, wenn man eine grobe Vorstellung davon hat, wie ein Atomreaktor funktioniert.

Zu den von Dir aufgezeigten drei Möglichkeiten:

1. ist plausibel, wenn der Reaktorkern nicht kontrolliert geöffnet wird
2. kann in Kombination mit 1. entstehen
3. ist angesichts der Menge an nuklearem Material nicht zu erwarten

Wenn die es vor Ort nicht schaffen, den Reaktor längerfristig und vernünftig zu kühlen, dann scheint mir eine kontrollierte "Auswaschung" der Radioaktivität ins Meer als noch die beste Variante, das Problem zu "lösen". Das würde vermeiden, dass sich radioaktive Wolken bilden, die weit übers Land getragen werden, man könnte wenigstens einen definierten Abfluß schaffen, so dass die Schäden für von Menschen bewohntes Gebiet gering bleiben. Im Meer würde sich dann das radioaktive Material recht bald auf eine große Fläche verteilen, so dass zwar ein enormer ökologischer Schaden, aber keine Vollkatastrophe entstehen würde.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:13 
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wenn genug radioaktivität ins wasser gelangt, können die japanischen walfänger auch endlich nachts jagen gehen... mit nem geigerzähler am Bug.

die auswaschung hätte auch den vorteil (aus betreibersicht), dass das ausmaß der verseuchung schwieriger nachzuweisen ist. geigerzähler gibts ne menge in privatbesitz, da kann man schnell mal ne messung im garten vornehmen. auf der offenen see fällt das schon deutlich schwerer.

bei der extremen Konzentration auf spalttechnologie in Japan wäre ein Strukturwandel wie in deutschland oder schweden auch deutlich schwieriger auf die beine zu stellen. DIE können es sich wirklich nicht leisten die Meiler in den nächsten 20 Jahren stillzulegen. In DE könnte man wohl locker die hälfte der Reaktoren stilllegen ohne großartige Einbrüche hinnehmen zu müssen ( wurde mal in nem heißen sommer experimentell bestätigt)


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:24 
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"12.03.2011 13:33 Uhr
Tepco: Kein Schaden am Reaktor

Die Betreibergesellschaft des beschädigten Atomkraftwerks, Tepco, hat erklärt, dass das Reaktorgehäuse durch die Explosion in Fukushima 1 nicht beschädigt wurde. "
Tagesschau


Also angeblich gab es keinen Schaden, sondern der Dampf wurde absichtlich abgelassen um den Druck zu verringern.
Man muss auch erwähnen, dass mit am Anfang von der Zerstörung des Containments der Turbinenhalle die Rede war, was nicht dementiert wurde.

Ich denke nicht, dass es möglich ist, die Radioaktive Masse "kontrolliert" ins Meer zu verteilen, dafür müsste sie von Menschenhand bewegt werden, was nach einer Kernschmelze technisch nicht realisierbar ist, schließlich frisst sie sich durch meterdicken stahl und Beton.
Aber man könnte die Anlage mit Meerwasser fluten, was angeblich auch schon geschehen ist.

Noch mal zu den alternativen

1.Auch wenn die Strahlung kontrolliert "abgelassen" wird, was an sich schon sehr schlimm wäre, könnte immernoch z.B. durch eine Wasserstoffreaktion eine Explosion stattfinden.
3.Ich weiß leider nicht, welche Menge vorliegt, wollte die Möglichkeite in Anlehnung an Three Mile Island 1979 nicht weglassen, wo genau dieser Fall eingetreten ist.

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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:31 
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@RBT:

Folgen für den AKW-Betreiber, also analog zur BP-Debatte, sind bei der aktuellen Lage wohl ziemlich irrelevant. Das Unternehmen wird nach diesem Unfall, wie die meisten japnischen Großunternehmen, eh pleite sein. Bzw. es wird staatliche Programme geben müssen, um die Wirtschaft Japans überhaupt irgendwie wieder mit Finanzmitteln für einen Wiederaufbau versorgen zu können.

Auch wenn die Tepco immer wieder mal in der Vergangenheit durch Unregelmäßigkeiten aufgefallen ist geht es ansonsten hier ja wirklich um eine Unfallserie nach Einfluß höherer Gewalt. D. h. bezogen auf das konkrete Szenario wird sich Tepco wohl keinen Vorwürfen zu stellen haben. Die Tatsache, dass zumindest bisher die Lage noch nicht völlig eskaliert ist, zeigt ja auch, dass dort zumindest recht hohe Sicherheitsstandards eingehalten wurden. So manches französische Alt-Kraftwerk (oder so Schreckenskandidaten wie Temelin) würde schon längst als "offenes System" am Boden liegen...

"Ablassen ins Meer" halte ich insofern tatsächlich für eine probate Vermeidungsstrategie bei einem unmittelbar drohenden Super-GAU, weil ein Wesen der Radioaktivität ja ist, dass sie in geringsten Konzentrationen harmlos, in hohen Konzentrationen aber tödlich ist. D. h. je größerflächig der Mist ausgebracht wird, desto geringer die Gesamtrisiken.


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BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:39 
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"14:20 Der Atomreaktor Fukushima 1 soll mit Meerwasser gekühlt werden. Kabinettssekretär Yukio Edano sagte, die Reaktorhülle aus Stahl sei noch intakt und nicht beschädigt. Daher sei beschlossen worden, den Reaktorkern des an der Küste gelegenen Kraftwerks mit Meerwasser zu füllen. Dem Wasser werde Borsäure beigemischt, um kritische Entwicklungen zu vermeiden. Der Füllvorgang werde fünf bis zehn Stunden dauern."


"14:10 Laut der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben japanische Behörden damit begonnen, Jodtabletten an die Anwohner der beiden AKWs in Fukushima zu verteilen. Die Präparate dienen dazu, die Schilddrüse mit Jod zu sättigen, so dass der Körper kein Jod aus einer Atomwolke aufnehmen kann. "

Financial Times

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